Willkommen zu meiner Radiosendung auf Radio Helsinki vom 22. Juli 2025 mit meinem Gast Yasmin, der Trans-Domina Lady Dhyana, die in ihrer Tätigkeit als Bizarrlady und Reaktionsfetischistin höchst individuelle BDSM-Erlebnisse gestaltet. In dieser Sendung berichtet sie über ihre Berufserfahrungen in den Bereichen BDSM, Barbor-dell und Sexualassistenz.
Hier findet ihr den Link zur Sendung: https://de.cba.media/724171
„Frauen haben genauso ihre Fetische, Männer haben ihre Fetische. Also, da sehe ich keinen Unterschied. Der große Unterschied ist: Frauen sind sinnlicher und leidenschaftlicher… Frauen wird nicht zugestanden ihre Sexualität auch so auszuleben wie Männer und das muss sich ändern.“
(Lady Dhyana)
Von 13 Prozent weiblichen Gästen, Frauen in Führungspersonen, die sich gerne fallen lassen wollen und der tertiären Wichtigkeit von Orgasmen
In diesem Interview spricht die erotische Künstlerin Lady Dhyana über ihre Arbeit in einem BDSM-Studio und den Rollenspielen dort, die nicht unbedingt immer etwas mit Sex zu tun haben müssen, über die Unterscheidung zwischen Kompensationsstrategien durch Sadomaso und dem Lustgewinn aus Fetischen, warum Alkohol und andere Drogen nichts in Sessions verloren haben, in denen Gäste Sklaven bespielen, und der Austausch mit KollegInnen so viel wichtiger ist als ein Sexkaufverbot, das eine vulnerable Gruppe von Menschen in den Untergrund treibt.
„Die zeitgenössische feministische Diskussion über Sexarbeit ist ein ganzer Ozean ungehörter Stimmen.“
(Laurie Penny: „Fleischmarkt“, 2012)
Nirgendwo anders ist die Geschlechterasymmetrie so evident wie in der öffentlichen Sexualität, in der die Frau Reize setzt und Bedürfnisse befriedigt, während sie selbst aus ihrem Begehrtwerden Anerkennung bezieht und kein eigenes Verlangen unterhält. Dabei wäre jede sexuell aktive Frau, die über ihre Wünsche und Grenzen Bescheid weiß, ein Gewinn für die Gesellschaft.
„Eine gelungene Session ist für mich dann, wenn die Person in ihrer Mitte ist, wenn sie das Studio verlässt, wenn ihre Fantasien bedient werden a, wenn sich die Person wirklich fallen lassen konnte.“
(Lady Dhyana)
Weil die Bedingungen des Sexkaufangebots politisch geprägt sind, spiegelt sich die Geschlechteropposition in der Tatsache wieder, dass überwiegend weibliche Dominas im BDSM-Studio arbeiten, um den gesellschaftlich höher positionierten Mann zu bedienen, und in einem sehr reduzierten weiblichen Kundenstock, der aus Frauen im Füh-rungsbereich mit viel Macht besteht, die in einem BDSM-Studio ihre submissive Seite ausleben können.
„Mir ist es wichtig, dass sich die Menschen so spüren wie sie sind.“
(Lady Dhyana)
Es sind besonders Intuition und ein sehr gutes Empathievermögen, die Yasmin bei der Erfüllung der speziellen Wünsche ihrer Gäste einfließen lässt, um nicht nur den Gast in seiner Tagesverfassung abzuholen, sondern auch ein für alle Beteiligten sicheres Umfeld zu schaffen. Die im BDSM-Bereich weiterentwickelte Akzeptanz und Offenheit von Yasmin, aber auch das Lesen der Körpersprache sind Fähigkeiten, die sie in der Sexualbegleitung mit älteren und beeinträchtigten Menschen umsetzen kann. Yasmin, die all ihr Handeln grundsätzlich als politisch begreift, nutzt ihre weitgefächerte Erfahrung außerdem in der Suchtberatung, in der Begleitung von Sexarbeiterinnen und im Bereich von Streetwork.
https://www.studio-de-sade.at/dhyana-la-diva
https://undine-de-riviere.de/mein-huren-manifest/
https://www.berufsvertretung-sexarbeit.at
https://www.berufsverband-sexarbeit.de

